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Eurotier 2024, © DLG
Eurotier 2024, © DLG

DLG / 14.07.2026
KI in der Tierhaltungsbranche auf der EuroTier 2026

10. bis 13. November 2026 in Hannover / Leitthema „Intelligence in animal farming“ / Künstliche Intelligenz für die Tierbeobachtung und bei regulatorischen Verfahren / Steigerung von Effizienz, Tierwohl und Nachhaltigkeit / www.eurotier.com

Pressemitteilung / (Frankfurt am Main) Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt sich zu einem wichtigen Innovationstreiber in der Nutztierhaltung. Unter dem Leitthema „Intelligence in Animal Farming“ zeigt die EuroTier 2026 – die vom 10. bis 13. November in Hannover stattfindet – wie digitale Technologien und KI bereits heute Tierwohl, Management und betriebliche Abläufe verbessern. Von der Tierbeobachtung über die Dokumentation bis zur intelligenten Datenanalyse eröffnen sich neue Möglichkeiten für eine effizientere, transparentere und nachhaltigere Tierhaltung.

Künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend zu einem wichtigen Werkzeug in der modernen Tierhaltung. Sie unterstützt Betriebe dabei, große Datenmengen auszuwerten, Tiere kontinuierlich zu überwachen und betriebliche Prozesse effizienter zu gestalten. Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten, Tierwohl objektiv zu messen, regulatorische Anforderungen zu erfüllen und Managemententscheidungen auf eine fundierte Datenbasis zu stellen. Die Potenziale reichen von der Früherkennung von Krankheiten über automatisierte Dokumentationsprozesse bis hin zur intelligenten Auswertung von Sensordaten. Gleichzeitig stehen Betriebe vor Herausforderungen wie Datenschutzfragen, fehlenden Standards oder dem notwendigen Kompetenzaufbau.

KI in Analyseverfahren für die Tierbeobachtung

Ein zentrales Einsatzfeld von KI ist die kontinuierliche Tierbeobachtung. Sensoren, Kameras, Mikrofone und digitale Ohrmarken erfassen Daten zu Verhalten, Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere. KI-Systeme analysieren diese Informationen und erkennen Auffälligkeiten häufig früher als der Mensch.

Besonders bei der Krankheitsfrüherkennung zeigen sich die Vorteile. In Milchviehbetrieben erfassen Sensoren beispielsweise Aktivität, Liegezeiten oder Wiederkauverhalten. Werden ungewöhnliche Veränderungen festgestellt, informiert das System den Tierhalter frühzeitig. Auch Fitnesstracker liefern kontinuierlich Daten über die Aktivität und Temperatur von Tieren und ermöglichen schnelle Reaktionen auf mögliche Erkrankungen. Zusätzliche Möglichkeiten bieten KI-gestützte Kamerasysteme: Videoanalysen können Verhaltensänderungen erkennen und Hinweise auf Stress oder gesundheitliche Probleme liefern. Im Milchviehbereich werden 3D-Kameras zur Beurteilung der Körperkondition eingesetzt oder unterstützen beim sogenannten Kuhtracking, um bevorstehende Abkalbungen vorherzusagen.

Auch in der Schweinehaltung gewinnt die digitale Tierüberwachung an Bedeutung. Kameras, Mikrofone und Aktivitätssensoren kommen mehr und mehr in den Ställen zum Einsatz, um die Tierbeobachtung durch kontinuierliche Aufzeichnungen zu unterstützen . Die Systeme erkennen Abweichungen vom normalen Verhalten und melden dem Betriebsleiter potenziellen Handlungsbedarf. Dadurch lassen sich Beobachtungslücken zwischen den Kontrollgängen schließen.

Darüber hinaus kann KI helfen, Tierwohl objektiver zu bewerten. Schwanzhaltungen bei Schweinen mit Ringelschwanz oder Verhaltens- und Bewegungsmuster in Tiergruppen dienen bereits als messbare Indikatoren für Tierwohl. Forschungsarbeiten und Untersuchungen auf Lehr- und Versuchsanstalten erkunden zudem, ob sich anhand von Lautäußerungen Stresszustände von Tieren erkennen lassen.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Krankheiten werden früher erkannt, das Tierwohl verbessert sich und Managemententscheidungen basieren auf objektiven Daten. Zugleich bleibt die Fachkompetenz des Tierhalters unverzichtbar. KI soll unterstützen, nicht ersetzen.

KI bei regulatorischen Verfahren

Neben der Tierbeobachtung bietet KI auch Potenziale für den Umgang mit regulatorischen Anforderungen. Dokumentations-, Nachweis- und Kontrollpflichten nehmen in der Tierhaltung kontinuierlich zu. Digitale Systeme können hier für Entlastung sorgen.

KI-gestützte Tierüberwachungssysteme erfassen genormte Parameter und dokumentieren Ereignisse automatisch. Dadurch entstehen nachvollziehbare Datensätze, die bei Kontrollen oder gegenüber Behörden als Nachweis dienen können. Solche Systeme könnten künftig zu mehr Rechtssicherheit beitragen, indem gegenüber Kontrollbehörden eine lückenlose Überwachung von Beständen nachgewiesen werden kann.

Darüber hinaus eröffnet KI neue Möglichkeiten zur Entwicklung objektiver Tierwohlindikatoren. Experten sehen in KI-gestützten Messverfahren im Stall oder am Schlachtband eine Chance, Tierwohl transparent und vergleichbar zu erfassen, als Grundlage für eine faire monetäre Bewertung von Tierwohlleistungen.

Auch die Bürokratieentlastung zählt zu den Potenzialen der Technologie. Digitale Assistenzsysteme können Dokumente analysieren, Informationen strukturieren und Landwirtinnen und Landwirte bei Verwaltungsaufgaben entlasten. Praxisbeispiele zeigen bereits heute deutliche Zeitersparnisse durch automatisierte Prozesse.

Den Chancen stehen jedoch Herausforderungen gegenüber. Datenschutz, Datensicherheit und Datenhoheit gehören zu den zentralen Fragestellungen. Gleichzeitig sind klare rechtliche Rahmenbedingungen – national und international – erforderlich, damit digitale Nachweise und KI-basierte Dokumentationen langfristig anerkannt werden.

Den gesamten Fachtext gibt es hier zum Nachlesen: www.eurotier.com/de/news/ki-in-der-tierhaltungsbranche

KI auf der EuroTier 2026

Unter dem Leitthema „Intelligence in Animal Farming“ macht die EuroTier 2026 deutlich, wie digitale Technologien und künstliche Intelligenz die Nutztierhaltung bereits heute verändern. Ob bei der Tierbeobachtung, der Früherkennung von Krankheiten, der Auswertung von Sensordaten oder der Unterstützung betrieblicher Entscheidungen – intelligente Systeme halten zunehmend Einzug in den Stallalltag. Auf der EuroTier in Hannover zeigen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Branchenexperten, welche Lösungen bereits praxistauglich sind und wie sich Effizienz, Tierwohl und Nachhaltigkeit durch den gezielten Einsatz von KI weiter verbessern lassen.

Gleichzeitig bietet die Weltleitmesse eine zentrale Plattform, um die Zukunft der Tierhaltung gemeinsam zu gestalten. Themen wie Tierwohl, Emissionsminderung, Biosicherheit und Automatisierung stehen im Mittelpunkt von Spotlights, Expert Stages und Networking-Events. Die EuroTier 2026 verbindet internationale Perspektiven mit konkretem Praxisnutzen und schafft Raum für den Austausch über innovative Technologien, neue Geschäftsmodelle und Investitionsstrategien. Wer die Potenziale von KI für seinen Betrieb besser verstehen und die neuesten Entwicklungen aus erster Hand erleben möchte, findet auf der EuroTier 2026 die passenden Antworten und wertvolle Impulse für die Zukunft der Tierhaltung.

weitere Informationen: DLG, www.dlg.org