Vorratsschädlinge

Vorratsschädlinge


Viele Tonnen Getreide sowie Mehle, Schrote und andere Verarbeitungsprodukte fallen jedes Jahr tierischen Schädlingen zum Opfer. Durch Fraßschäden, Verunreinigungen und Kontamination mit Schaderregern entstehen riesige ökonomische Verluste. Dabei wird das Erntegut entweder vernichtet oder so beschädigt, dass es für die menschliche Ernährung nicht mehr geeignet ist bzw. auch als Futtermittel verworfen werden muß. Durch vorbeugende Maßnahmen ließen sich in vielen Fällen die Verluste stark reduzieren.

Käfer, Motten und Milben

Käfer sind gefürchtete Vorratsschädlinge. Die Insekten und / oder deren Larven sowie die Puppen fressen das Getreide, verunreinigen es durch ihre Exkremente und feuchten es auf. Sie bereiten den Nährboden für nachfolgende Schädlinge wie Milben, Hefen, Schimmelpilze und weitere Schadinsekten.

Der Kornkäfer legt 150-200 Eier im Getreide ab. Pro Korn wird ein Ei in ein Loch gelegt, das der Käfer hineinbohrt. Die Larven und Puppen entwickeln sich im Korn und höhlen es aus. In einem Jahr können sich 2-3 Generationen entwickeln. Der Befall wird meist erst dann offensichtlich, wenn sich die fertigen Käfer zeigen.

Vorratsschädlinge, © getreidekonservieren.de
Vorratsschädlinge, © getreidekonservieren.de

Der Getreidekapuziner entstammt tropischen Regionen und fühlt sich daher bei höheren Temperaturen wohl. Der Käfer legt seine Eier zwischen den Getreidekörnern ab und seine Larven fressen sich ins Korn hinein.

Wie die Kornkäfer, bohren auch Reiskäfer Löcher in das Korn und legen dort pro Käfer 100-200 Eier ab. Die Larven und Puppen entwickeln sich im Korn und höhlen es aus.

Reismehlkäfer fühlen sich in Mehlen und Mehlprodukten wohl. Bei 300-600 Eiern pro Käfer vermehren sie sich rasch. Dieser Schädling tritt in vielen Arten auf, der rotbraune, der amerikanische und der Große Reismehlkäfer zählen zu den bekanntesten Vertretern. Gerne treten die Käfer als Folgeschädlinge auf z.B. bei vorangehendem Kornkäferbefall. Die Larven verströmen einen lysolähnlichen Geruch.

Der Mehlkäfer findet sich in Getreide, Mehlen und anderen stärkehaltige Nahrungs- und Futtermitteln. Sowohl die Käfer als auch die wurmartigen Larven ernähren sich von diesen Produkten.

>Der Getreideplattkäfer ist ein sekundärer Schädling und vertilgt Insektenlarven sowie bereits befallene Getreidekörner.

Neben den Käfern gefährden Motten das Getreide. Diese Falter verursachen nicht nur Fraßschäden, sondern die Gespinstfäden ihrer Puppenkokons verunreinigen und verkleben das Getreide zusätzlich.

Die Speichermotte legt ihre Eier auf der Oberfläche des Erntegutes ab. Sie verteilen sich zwischen den Körnern und es entwickeln sich Larven, die sich in das Korn fressen. Anschließend verpuppen sie sich und der Falter schlüpft.

Die Raupen der Mehlmotte fressen Getreidemehl, Schrote, Griese und andere Getreideprodukte. Ihre Gespinste überziehen das Erntegut.

Die Raupen der Dörrobstmotte haben es neben Dörrobst und anderen Nahrungsmitteln auch auf Getreideprodukte abgesehen.

Milben wie die Mehlmilbe sind Sekundärschädlinge. Die Auffeuchtung des Getreides durch vorangegangenen Käfer- bzw. Mottenbefall (Feuchte über 14%) verschafft ihnen ideale Lebensbedingungen. Die Larven verursachen immense Fraßschäden in Getreide, Mehlen, Grieß und anderen Getreideprodukten. Milben fühlen sich in feuchter Umgebung wohl. Befallenes Getreide hat einen penetrant süßlichen Geruch. Wird kontaminiertes Getreide verfüttert, kann es zu Fehlgeburten bei Schweinen und Rindern kommen.

Schimmelfressende Käfer wie der glänzendschwarze Schimmelkäfer zeigen Feuchtigkeit an.

Nager und Vögel

Mäuse, Ratten und Vögel sowie Haustiere müssen von lagerndem Getreide ferngehalten werden. Nicht nur Verluste durch Verzehr, auch die Kontamination durch Kot und Schmutzpartikel stellt eine Gefahr für die Qualität des Getreides dar.

Vorbeugen durch Hygiene

Viele Probleme können bereits im Vorfeld der Einlagerung des Erntegutes entschärft werden. Dazu gehört die penible Reinigung der Lagerstätten und der Maschinen (z.B. Förderschnecken oder Trocknungsanlagen), die mit dem Erntegut in Berührung kommen. Besenrein sollte es schon sein, ggf. sollte der Lagerraum mit zugelassenen Produkten wie z.B. K-Obiol® EC25 vorab behandelt werden.

Bei Mäuse- und Rattenbefall müssen die Zugänge zum Lagerraum für die Nager versperrt werden, je nach Befallsdruck kann das Auslegen von Rodentiziden erforderlich sein. Durch Abdecken des Erntegutes mit luftdurchlässigen Vliesen kann auch ein gewisser Schutz erzielt werden.

Ganz wichtig ist jedoch die Reinigung des Getreides von Strohrückständen, Spelzen, Staub, Schmutzpartikeln, Bruchkorn und Fremdbesatz vor der Einlagerung. Diese Verunreinigungen sind ideale Tummelplätze für Mikroben und haben keinerlei Futterwert.

Wenn trotz aller Bemühungen doch Probleme mit Schädlingsbefall auftreten, kann eine chemische Behandlung notwendig werden. Dazu muß der Schädling im Vorfeld identifiziert werden.

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