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DLG / 17.05.2021
Anpassungsstrategien an den Klimawandel im Grünland

Pressemitteilung / (Frankfurt am Main) Der fortschreitende globale Klimawandel bewirkt auch für Deutschland messbar veränderte Klimatrends. Besondere Bedeutung haben Witterungsextreme, wie häufigere und länger anhaltende Trockenheitsperioden im Frühjahr und Sommer, die Dürre verursachen können. Außerdem kommt es ganzjährig zu vermehrten Starkregenereignissen.

Diese Klimaveränderungen erzeugen zunehmenden abiotischen Stress für die Grünlandpflanzenbestände. Steigende Jahresdurchschnittstemperaturen und veränderte Verteilung der Niederschläge führen zu Ertragsausfällen und erschweren zudem eine in Menge und Qualität konstante Futterversorgung für Nutztiere. Dies zwingt die Landwirte, ihre Grünlandbewirtschaftung an die sich ändernden Bedingungen kurz- bzw. mittelfristig anzupassen, entsprechende Strategien zu erarbeiten und Maßnahmen zu ergreifen.

Zur optimalen Realisierung standortabhängiger Ertragspotenziale und zur Schließung möglicher Futterlücken gilt es, die bisherigen Maßnahmen des Betriebsmanagements sensibel zu prüfen: von der Bestandsführung der Grünlandflächen (Sortenwahl, Pflege, Düngung, Ernte), über die Konservierung bis zur Vorlage des Futters an die Tiere. Vor allem müssen so die Verlustpfade identifiziert und vermieden werden.

Die Auswahl angepasster Arten in ausgewählten Mischungen ist zu überdenken: So könnten neben Rohrschwingel, Knaulgras und Luzerne oder Rotklee eventuell auch Kräuter vielversprechende Komponenten neuartiger Mischungen für den intensiven Futterbau sein. Außerdem sollte die Dürretoleranz von Arten oder Sorten im Sortenprüfwesen bessere Berücksichtigung finden: Bislang fehlen dafür klare Merkmale. Ob Fragen zu „Notfallmahd“ und Düngung, zu Beregnung und Einstaubewässerung usw. – zur Sicherung von extensivem Grünland sind alle Maßnahmen zu unterlassen, die neben dem klimatischem Stress zu zusätzlicher ungünstiger Beeinflussung führen und dadurch den Erhalt der Artenvielfalt gefährden. Hierzu zählen die Vermeidung unangepasster Düngung, zu häufige Nutzung und mechanische Schädigungen oder die Beeinflussung der Vegetation durch Nachsaaten mit Arten oder Mischungen, die weder an die Nutzung noch an den Standort angepasst sind.

Der neue Ratgeber „Anpassungsstrategien an den Klimawandel im Grünland“ aus dem DLG-Verlag zeigt, wie wichtig es ist, sich jetzt mit diesem Thema intensiv auseinander zu setzen. Er richtet sich an Landwirte mit Grünlandbewirtschaftung, in der Beratung tätige Personen und an die landwirtschaftliche Aus- und Weiterbildung.

weitere Informationen: DLG, www.dlg.org

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