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Buchenwald, © getreidekonservieren.de
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Bayerischer Bauernverband / 16.04.2024
Schluss mit dem Misstrauen gegen Bauern und Waldbesitzer!

Bayerische Waldbesitzer unterzeichnen Charta für selbstbestimmte Bewirtschaftung

Pressemitteilung / (München) Bauernpräsident Günther Felßner hat gemeinsam mit Staatsministerin Michaela Kaniber, Josef Ziegler (Präsident Bayerischer Waldbesitzerverband) und Alexander Stärker (Vorsitzender Familienbetriebe Land und Forst Bayern) die „Charta für eine selbstbestimmte Waldbewirtschaftung in Bayern“ unterzeichnet. Gemeinsam mit der Bayerischen Staatsregierung fordern die Verbände der Waldbesitzer die EU damit zu einem sofortigen Kurswechsel in der Umweltpolitik auf. „Die Waldbewirtschaftung in der EU weiter zu reglementieren und zu überwachen, die Holznutzung zu behindern und große Teile der Wälder sich selbst zu überlassen, ist der falsche Weg!“, machte Felßner deutlich. Mit der Unterzeichnung der Charta schließen sich auch die bayerischen Waldbesitzer dem Appell der „Salzburger Erklärung“ des Freistaats Bayern mit der Republik Österreich an.

Die von der EU-Kommission im „Green Deal“ formulierten Ziele und die Transformation hin in ein postfossiles Zeitalter, das heißt die Ausrichtung der Zukunft Europas auf Nachhaltigkeit, sind aus Sicht des Bauernpräsidenten richtig. „Dafür müssen aber die Bauern- und Waldbesitzerfamilien mit am Tisch sitzen. Schließlich sind sie die Hauptbetroffenen und zugleich ein wichtiger Teil der Lösung dieser vielschichtigen Herausforderungen. Deshalb brauchen wir eine multifunktionale Flächennutzung, aber keine Verbote und Bewirtschaftungsbeschränkungen auf unseren Feldern und Wäldern“, fordert Felßner und appelliert: Um das zu erreichen, ist es jetzt notwendig, dass wir alle eine klare Botschaft nach Brüssel senden. Unterstützen deshalb bitte auch Sie die Petition für eine selbstbestimmte Waldbewirtschaftung in den Regionen Europas!“

Notwendig für die selbstbestimmte Waldbewirtschaftung sind nicht zuletzt faire Rahmenbedingungen ohne Wettbewerbsverzerrungen, so wie sie im Moment durch die EU-Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten (EUDR) drohen. Die EUDR in der jetzigen Form schließt den Kleinprivatwald in der Praxis von den Holzmärkten aus, da diese Strukturen die bürokratischen Auflagen nicht bewältigen werden können. „Es ist dringend geboten, die globale Entwaldung einzudämmen. Das kann jedoch nicht durch neue Schikanen für unsere Bauern gelingen, sondern die Vorgaben beim Handel mit Holz müssen an jene Länder adressiert sein, wo tatsächlich Entwaldung stattfindet. So wie die EUDR aktuell ausgestaltet ist, versucht man mit einem Bürokratiemonster ein Problem zu lösen, das es in Deutschland und Europa so nicht gibt. Denn in Deutschland und der EU wächst die Waldfläche seit Jahren“, sagt Felßner.

Das beste Mittel gegen Bürokratie sei es, unnötige Regulierung gar nichts erst in Gesetzesform zu gießen. „Ich fordere die Abgeordneten im Europäischen Parlament auf, die Verordnung grundlegend zu überarbeiten und die Umsetzung um mindestens zwei Jahre aufzuschieben. Damit können die Parlamentarier schon jetzt im Wahlkampf beweisen, dass es die EU ernst meint mit dem Bürokratieabbau und den Vereinfachungen!“ Es brauche einen Kurswechsel in der Politik: „Es muss Schluss sein mit dem ständigen Misstrauen gegen unsere Bauern- und Waldbesitzerfamilien, denn sie sorgen durch eine nachhaltige Bewirtschaftung dafür, dass Lebensmittel, Energie und nachwachsende Rohstoffe aus der Region zur Verfügung stehen und gleichzeitig unsere Ressourcen geschützt werden!“

weitere Informationen: Bayerischer Bauernverband, www.bayerischerbauernverband.de