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Erste Konferenz des neuen „DLG-Forums Rindermast & Mutterkuhhaltung“, © DLG
Erste Konferenz des neuen „DLG-Forums Rindermast & Mutterkuhhaltung“, © DLG

DLG / 15.03.2020
Ausblick auf die Rindfleischproduktion heute und morgen

Erste Konferenz des DLG-Forums „Rindermast & Mutterkuhhaltung“ in Hohenroda – Treffpunkt für erstes überregionales Netzwerk

Pressemitteilung / (Frankfurt am Main) Anlässlich der ersten Konferenz des neuen „DLG-Forums Rindermast & Mutterkuhhaltung“ trafen sich 55 Rindermäster, Fresser-Erzeuger, Mutterkuhhalter und Berater aus ganz Deutschland vom 5. bis 6. März 2020 im osthessischen Hohenroda. Im Fokus: aktuelle Herausforderungen und zukünftige Chancen in der Rindfleischproduktion.

Ziel der Tagung war es, die aktuelle Struktur in Deutschland in diesem Bereich aufzuzeigen und ein überregionales deutsches Netzwerk zu bilden. Deutschland ist nach Frankreich der zweitgrößte Rindfleischerzeuger in der EU und hat im Jahr 2016 1,1 Millionen Tonnen Rindfleisch produziert. Der durchschnittliche Verzehr von Rindfleisch beträgt in Deutschland rund 10 Kilogramm pro Jahr, wobei der Großteil des Rindfleisches von Bullen und Altkühen kommt. Die für die Rindfleischerzeugung wichtigsten Bundesländer sind Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Brandenburg ist mit über 90.000 Tieren das Bundesland mit den meisten Mutterkühen. Vor allem bei der Mutterkuhhaltung ist der Anteil an ökologischer Landwirtschaft hoch. Der gesamte Marktanteil an Biorindfleisch beträgt aber lediglich 4,4 Prozent.

Kosten im internationalen Vergleich

Von der nationalen Rindfleischproduktion ging es weiter zur internationalen Produktion. Dr. Claus Deblitz, stellvertretender Leiter des Thünen-Institut für Betriebswirtschaft gab einen Überblick, wie Deutschland im internationalen Vergleich dasteht und welche Regionen und Länder die Hauptproduzenten sind. Er zeigte, dass zwar internationale Kostenunterschiede vorhanden sind, diese aber heute geringer sind als früher. China ist derzeit der Hauptantreiber für die kurz- und mittelfristige Nachfrage. Ein wichtiger Punkt, der sich auch in anderen Vorträgen zeigte, ist, dass Fleischalternativen immer mehr in den Regalen der Supermärkte präsent werden.

Im Hinblick auf Tier, Umwelt und auch Soziales wurden herausfordernde sowie zukunftsweisende Produktionsverfahren in verschiedenen Arbeitsgruppen mit Referenten aus der Theorie und aus der Praxis besprochen. Arbeitskreise zu den Themen Mutterkuhhaltung, Fresser-Erzeugung und Rindermast standen auf dem weiteren Programm.

Bei der Mutterkuhhaltung beschäftigte sich Dr. Stefan Weber von der LMS Agrarberatung GmbH Rostock und der Mutterkuhhalter Hans-Jörg von Schönfels mit den Herausforderungen der unvollständigen Kostendeckung und der hohen Prämienabhängigkeit in diesem Bereich. Petra Rauch, Albert Stegmeir und Rudolf Gasteiger von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft nahmen das Thema „Fresser-Erzeugung in Bayern“ anhand des Praxisbetriebs Karl-Heinz Schnackig genauer unter die Lupe, um im überregionalen Netzwerk herauszufinden, ob die Bayern etwas anders machen. Was bei der Ökonomie der Rindermast derzeit entscheidend ist, darüber sprachen Ulrich Kühnlein vom Beratungsdienst Rindermast Baden-Württemberg e.V. und Bullenmäster Felix Federolf.

Zukunftsperspektiven

Von der Ist-Situation ausgehend, vermittelte die Konferenz am zweiten Tag einen Blick in die Zukunft. Dr. Georg Teepker von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen präsentierte seine Visionen zur Bullenmast der Zukunft. Über den zeitlichen Verlauf von 1970 bis 2020 änderten sich viele Aspekte: 1970 gab es einen geschützten Markt, und Spaltenböden waren Stand der Dinge. Heutzutage ist der Markt global ausgerichtet, und auch durch die Tierschutzleitlinie haben sich die Haltungssysteme geändert. Aber die Anforderungen von der Gesellschaft sowie von der Politik steigen: Mit dem Tierwohllabel, den neuen Auflagen bei Fahrsilobau und Stallneubau stehen große Herausforderungen an. Da das Thema Tierwohl aktueller denn je ist, präsentierte Markus Schulze Finkenbrink seinen Bullenmastbetrieb und zeigte, wie er manche Anforderung umsetzt. Darüber hinaus steigt das Interesse der Gesellschaft nach regionalen Produkten. Anne Wegerhof von der Erzeugergemeinschaft Schwarzwald Bio-Weiderind berichtete darüber, wie ihre Erzeugergemeinschaft eine erfolgreiche Mutterkuhhaltung durch regionale Vermarktung unter anderem in Zusammenarbeit mit den Schmidts Märkten von EDEKA führt.

Als Abrundung des Programmes besichtigten die Teilnehmer am Nachmittag einen modernen Bullenmastbetrieb, der 2019 einen Roundhouse-Stall mit Platz für 140 Tiere gebaut hatte.

weitere Informationen: DLG, www.dlg.org

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