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Lupine, © getreidekonservieren.de
Lupine, © getreidekonservieren.de

BZfE / 05.02.2021
So sollen Bitterlupinen genießbar werden

LUPROME erforscht Membran-Verfahren zur Entbitterung

Pressemitteilung / (Bonn) Auf der Suche nach Eiweißlieferanten für die menschliche Ernährung kommt als Alternative zu Sojabohnen, Erbsen und Ackerbohnen auch die Lupine ins Spiel. Ihr großer Vorteil: Lupinen sind geschmackneutral. Im ökologischen Landbau stellen sie ein unverzichtbares Element in der Stickstoffversorgung von Fruchtfolgen dar, denn wie alle Leguminosen, können sie mit Hilfe von Knöllchenbakterien selbst Stickstoff aus der Luft binden.

Die bisher in Deutschland angebauten schmalblättrigen Lupinensorten sind meistens Süßlupinen. Sie weisen einen deutlich niedrigeren Gehalt an bitteren und auch giftigen Alkaloiden auf als bittere Lupinensorten, sind allerdings weniger ertragreich und anfälliger gegen Fraßschädlinge. Deutlich anspruchsloser im Anbau und für den ökologischen Anbau interessantere Sorten sind die alkaloidreicheren Bittersorten der schmalblättrigen Lupine. Diese müssen aber aufwändig von den Alkaloiden befreit werden, bevor sie als Grundstoff in der Lebensmittelproduktion verwendet werden können. Das geschieht durch einen Kochprozess oder mehrtägiges Wässern verbunden mit häufigem Wechsel des Waschwassers. Außerdem gehen bei diesem Verfahren auch wertgebende Inhaltsstoffe verloren. Die Verluste können bis zu 30 Prozent an Trockenmasse betragen. Das schränkt die Wirtschaftlichkeit für die Lebensmittelhersteller erheblich ein.

Neue Verfahren sind daher gefragt, um Protein aus alkaloidreichen Lupinensorten in hoher Ausbeute und Qualität zu gewinnen. Eine Möglichkeit sind sogenannte Membranverfahren. Ob und welche Werkstoffe geeignet sein könnten, um Alkaloide aus Bitterlupinen zu entfernen, soll das Verbundforschungsprojekt LUPROME (Lupinenprotein für die menschliche Ernährung) zeigen. Erste Ergebnisse werden 2023 erwartet.

Das Projekt LUPROME wird vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik koordiniert und mit den Projektpartnern Institut für Resistenzforschung und Stresstoleranz des Julius-Kühn-Instituts sowie der Lupino AG und Eskusa GmbH durchgeführt. LUPROME wird im Rahmen der Eiweißpflanzenstrategie vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Die Projektträgerschaft liegt bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Informationen zum Projekt gibt es hier.

Autor: Renate Kessen

weitere Informationen: Bundeszentrum für Ernährung, www.bzfe.de

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