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DLG / 14.03.2021
DLG-Testzentrum stellt Futtermittel­zertifizierung komplett neu auf

Komplexere Ansprüche an die Tierhaltung – mehr Qualität und Sicherheit in der Wertschöpfungskette – Umstellung auf DLG-Qualitätssiegel

Pressemitteilung / (Frankfurt am Main) Im Zuge steigender Anforderungen an die Qualität und Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln tierischen Ursprungs sieht sich die komplette Wertschöpfungskette mit immer weiter zunehmenden und immer komplexer werdenden Anforderungen konfrontiert. Damit dienen auch Futtermittel nicht nur der Bedarfsdeckung, sondern sind ein Garant für die Gesundheit und Leistung der Tiere, für eine umwelt- und tiergerechte Erzeugung von Lebensmitteln, für die Sicherheit und Qualität in der Wertschöpfungskette und für die Wirtschaftlichkeit des landwirtschaftlichen Betriebes.

Um diesen neuen Anforderungen auch prüfungsseitig gerecht zu werden, hat das DLG-Testzentrum sein Vorgehen im Bereich der Futtermittelzertifizierung grundlegend reformiert. Für die Zertifizierung von N-/P-reduzierten Futtermitteln als Pilotgruppe, die auch künftig mit der Auszeichnung mit dem DLG-Qualitätssiegel abschließt, wurden nun die ersten Prüfungsinhalte vorgestellt. Weitere Schwerpunkte folgen in Kürze.

„Wir tragen mit der Neuaufstellung der DLG-Futtermittelzertifizierung dem Umstand Rechnung, dass die Futtermittel in der Tierhaltung im Gegensatz zur Vergangenheit nicht mehr nur Garant für eine optimale Nährstoffversorgung der Tiere und damit hohen Leistungen sind“, fasst Sander Schwick, Prüfingenieur für Futtermittelzertifizierung am DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel, die Motivation zur Neufassung der Prüfkriterien zusammen. Ihm pflichtet Dr. Michael Eise, Bereichsleiter für alle Betriebsmittelprüfungen, bei und ergänzt: „Moderne Futtermittel können und müssen künftig auch höheren Tierwohlansprüchen genügen und können in Sachen Umweltschutz beispielsweise den Nährstoffaustrag aus den Ställen sehr positiv beeinflussen. Diesen Aspekten tragen wir mit den komplett neu konzipierten Prüfvorschriften Rechnung.

Stefano Mastrogiovanni, Geschäftsführer des DLG-Testzentrums bewertet vor allem die strategische Neuausrichtung der DLG-Futtermittel positiv, die Bewährtes erhält, wie die Zertifizierung des Herstellungsprozesses, die Einhaltung der Versorgungsempfehlungen und die kontinuierliche Produktüberwachung, aber gleichzeitig die Möglichkeit schafft, eine prüfzeichenspezifische Produktzertifizierung zu speziellen, genau definierten Zusatzkriterien in die Prüfung einzubeziehen. Er sagt: „Mit dieser neuen, modularen Prüfungsstruktur können wir künftig wesentlich schneller auf sich ändernde Marktanforderungen reagieren, da wir nur diese speziellen Prüfkriterien im Prüfrahmen ergänzen und diesen nicht komplett überarbeiten müssen.“ Zur höheren Flexibilität trägt auch der Wechsel auf das DLG-Qualitätssiegel als Auszeichnung bei.

Pilot-Produktgruppe: N-/P-reduzierte Futtermittel

Mit einem speziellen Prüfzeichen für N-/P-reduzierte Futtermittel gemäß den Anforderungen, die in den DLG-Merkblättern 418, 444 und 457 für die Nutztierarten Rind, Schwein und Geflügel beschrieben sind, steht das DLG-Testzentrum nun kurz vor den ersten Zertifizierungen. Stickstoff- und Phosphor-reduzierte Futtermittel garantieren die optimale Versorgung der Tiere mit Protein bzw. Aminosäuren und Phosphor bei gleichzeitiger maximaler Reduktion der Ausscheidungen von Stickstoff und Phosphor über Kot und Harn. Bis zu 20 % weniger Nährstoffaustrag aus dem Stall können hier – gerade in viehreichen Regionen – wesentlich zu einer Verringerung z. B. der Nitratbelastung von Boden und Grundwasser beitragen, ohne dem Tierhalter immense Kosten aufzubürden. Wie für alle von der DLG ausgezeichneten Futtermittel üblich, unterliegen auch N-/P-reduzierte Futtermittel einer kontinuierlichen Kontrolle. Durch mindestens einmal jährlich stattfindende Wiederholungsprüfungen bzw. Audits des Herstellers wird eine gleichbleibende Produktqualität sichergestellt.

Fragen zu den neuen DLG-Qualitätssiegelzertifizierungen für Futtermittel beantwortet der zuständige Prüfingenieur Sander Schwick unter 069/24788-677 bzw. s.schwick@DLG.org.

weitere Informationen: DLG, www.dlg.org

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