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DLG / 16.10.2026
DLG-Kolloquium 2026: Wie resilient ist die Lebensmittelversorgung gegen neue Bedrohungslagen?

Risiken durch Sabotage und hybride Bedrohungslagen nehmen zu / Wie gut ist die Agrar- und Ernährungsbranche Stand heute auf den Krisenfall vorbereitet? / Versorgungssicherheit im Zusammenspiel von Staat und Wirtschaft / Engpässe bei Pflanzenschutz-Wirkstoffen bilden unterschätztes Risiko für resiliente Landwirtschaft: DLG-Kolloquium 2026 am Dienstag, 8. Dezember, in Berlin: Jetzt informieren und anmelden!

Pressemitteilung / (Frankfurt am Main) Unter dem Titel „Resiliente Agrar- und Ernährungswirtschaft in neuen Bedrohungslagen“ lädt die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) am Dienstag, 8. Dezember 2026, zum diesjährigen Kolloquium nach Berlin ein. Experten aus Land- und Lebensmittelwirtschaft, Wissenschaft, und Verteidigung analysieren, wie sich die Branche auf Bedrohungslagen vorbereiten und die Versorgung im Krisenfall sichern kann. In eine umfassende Beurteilung der Resilienz des Agrar- und Ernährungssektors gehört auch das Versorgungsrisiko, das durch ein zunehmend enger werdendes Wirkstoffspektrum im Pflanzenschutz insbesondere in Deutschland und Europa entsteht. Welche Rolle die Verfügbarkeit von Pflanzenschutz-Wirkstoffen spielt, um adäquat auf den dynamischen Krankheits- und Erregerdruck im Ackerbau zu reagieren, steht daher ebenfalls auf der Agenda. In der gegenwärtig angespannten Situation will das Kolloquium die aktuelle Bedrohungslage realistisch einordnen, Szenarien entwerfen und Handlungsabläufe für den Extremfall aufzeigen.

Aktuell hält ein großangelegter Cyberangriff den Ernährungssektor und die Politik in Frankreich in Atem: In der Nacht auf Dienstag, dem 13. Oktober 2026, haben Hacker Lebensmittel in den Kühllägern Hunderter Filialen namhafter französischer Supermarktketten abgetaut. Eine unmittelbare Folge dieses Sabotageaktes: Große Mengen an Lebensmitteln müssen vernichtet werden und stehen der Bevölkerung im europäischen Nachbarland nicht mehr zur Verfügung.

Zurück nach Deutschland: Anfang Januar 2026 waren nach einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Berliner Südwesten rund 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen bis zu vier Tage ohne Strom; auch Heizung, Internet und Mobilfunk fielen teilweise aus. Im August dieses Jahres wurde ein Angriff auf das Berliner Landesnetz bekannt. Zwei Senatsverwaltungen wurden vorsorglich vom Netz isoliert, sensible Daten waren abgeflossen. Das Landesnetz verbindet rund 600 behördliche und öffentliche Standorte, darunter Polizei, Feuerwehr und Krankenhäuser.

Verwundbarkeit vernetzter Infrastrukturen

Diese Vorfälle haben eines gemeinsam: Sie zeigen die weitreichenden Auswirkungen, die Störungen an Infrastruktur- und Logistikschnittstellen haben. Sabotage kann die Verarbeitung und Verteilung von Lebensmitteln beinträchtigen, sobald sie die Energieversorgung und Transportinfrastur trifft.

Wie würde es sich auf einen Tierhaltungsbetrieb auswirken, wenn, wie Anfang des Jahres im Berliner Südwesten geschehen, die Stromversorgung für mehrere Tage ausfällt? Wie gut sind die deutsche Ernährungsbranche und der Lebensmittelhandel auf einen Sabotageakt wie jüngst in Frankreich vorbereitet? Eines ist gewiss: Mit einer erhöhten Gefahrenlage für kritische Infrastrukturen steht die Resilienz der Lebensmittelversorgung aktuell so stark im Fokus der Sicherheitspolitik wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Vorbereitung und Krisenmanagement

Das DLG-Kolloquium 2026 nimmt diese angespannte Lage zum Anlass, um die gegenwärtige Widerstandsfähigkeit der Agrar- und Ernährungswirtschaft gegenüber Bedrohungslagen zu analysieren. Diskutiert werden soll gemeinsam mit Verteidigungsexperten, wie die Bedrohungslage Deutschlands realistisch zu beurteilen ist. Davon ausgehend ist Thema, wie Risiken frühzeitig erkannt und Systeme so abgesichert werden können, dass sie Störungen und im Ernstfall auch Angriffen bestmöglich standhalten. Diese Fragestellung analysieren Sicherheitsexperten gemeinsam mit Vertretern der Wertschöpfungskette vom Landwirt bis zum Lebensmitteleinzelhandel.

Eine resiliente Lebensmittelversorgung setzt zudem voraus, dass Unternehmen, Behörden und weitere Akteure ihre Aufgaben in der Prävention und im Ernstfall klären. Dazu gehören die Fähigkeit, die Produktion in einer Krise aufrechtzuerhalten oder rasch wieder aufzunehmen, ebenso wie abgestimmte Maßnahmen an den Schnittstellen zwischen Staat und Wirtschaft. Das Kolloquium diskutiert daher auch, wie das Krisenmanagement organisiert sein muss, um die Lebensmittelversorgung auch bei erheblichen Störungen aufrechtzuerhalten.

Pflanzenschutz wichtige Grundvoraussetzung für resiliente eine Landwirtschaft

Ernährungssicherheit setzt aber auch voraus, dass die landwirtschaftliche Produktionsbasis aus sich heraus resilient ist. Dafür ist ein wirksamer Pflanzenschutz ein essentieller Faktor. Zu einem modernen Pflanzenschutzkonzept zählt neben vielfältigen ackerbaulichen Ansätzen auch ein auskömmliches Spektrum an verfügbaren chemischen Pflanzenschutzwirkstoffen. Moderne Pflanzenschutzmittelwirkstoffe sind unerlässlich, damit die Landwirtschaft effektiv auf die dynamische Ausbreitung von Schaderregern und die zunehmenden Herausforderungen durch den Klimawandel reagieren kann. Ein moderner Pflanzenschutz benötigt folglich einen entsprechend vielfältig ausgestatteten Instrumentenkasten, der sowohl die Erzeugung gesunder und qualitativ hochwertiger Lebensmittel, als auch die dazu erforderliche wirtschaftliche Rentabilität landwirtschaftlicher Betriebe sicherstellt.

Das Spektrum an chemischen Pflanzenschutzwirkstoffen ist jedoch in den vergangenen Jahren immer stärker eingegrenzt worden. Inwieweit die europäische Wirkstoffzulassungspraxis sowie die zunehmend eingeschränkte Herstellung von Pflanzenschutzmitteln in Europa ein zusätzliches Risiko für die Resilienz des Ernährungssystems darstellt, analysieren Expertinnen und Experten aus Praxis, Wissenschaft und Branche auf dem DLG-Kolloquium 2026.

Eckdaten zur Veranstaltung:

Ort: Hotel Aquino, Tagungszentrum Katholische Akademie, Hannoversche Str. 5 b, 10115 Berlin

Zeit: Dienstag, 8. Dezember 2026, 09:30–16:30 Uhr

Weitere Informationen und Anmeldung unter www.dlg.org/events/dlg-kolloquium-2026

weitere Informationen: DLG, www.dlg.org