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getreidekonservieren.de-Special
/ (09/2011) Interview mit Hr. Karl H. Berger, Generalvertretung Deutschland für Supertech-Agroline


Herr Berger, © getreidekonservieren.de
Herr Berger, © getreidekonservieren.de

Supertech-Agroline ist ein dänisches Unternehmen, das u.a. Instrumente zur Messung von Kornfeuchte und -temperatur herstellt und weltweit vertreibt. Das folgende Interview mit Hr. Karl H. Berger, Generalvetretung Deutschland für Supertech-Agroline, vom 22.09.2011 in Telgte führte Manuel Stammwitz von getreidekonservieren.de

getreidekonservieren.de: Herr Berger, welchen Anforderungen muß ein praxisgerechtes Meßgerät zur Feuchtemessung von Getreide genügen?“

Hr. Berger: „Nun, es muß genau sein, schnell messen, einfach zu handhaben und dabei robust sein. Außerdem sollte es, in Abhängigkeit vom Erntegut, über einen weiten Meßbereich verfügen. Die wichtigsten Getreidearten sollten am Gerät bereits voreingestellt sein, die Messung weiterer Gutarten sollte durch die Nachrüstung des Gerätes möglich sein.“

getreidekonservieren.de: „Neben den bewährten Geräten, bei denen die Getreideprobe vor der Messung vermahlen wird, sind auch Ganzkornmessgeräte am Markt, Supertech-Agroline hat beide Bauarten im Programm. Wann empfehlen Sie welches Gerät?“

Hr. Berger: „In unseren Breiten mit teilweise hohen Luftfeuchtigkeiten kann es vorkommen, dass es zu größeren Unterschieden der Feuchtigkeiten innerhalb der Körner kommt – dann ist z.B. der Mehlkörper trockener als die Schale. Unter diesen Umständen sind die Meßergebnisse bei Einsatz von Feuchtemessern, bei denen das Korn vor der Messung vermahlen wird, zuverlässiger. In Ländern mit geringeren Luftfeuchtigkeiten liefern die Ganzkorn-Meßgeräte allerdings gleichgute Ergebnisse. Daher sind diese dort auch überwiegend im Einsatz.“

getreidekonservieren.de: „Wie sieht die korrekte Probenahme direkt nach der Ernte aus, um verläßliche Daten zu bekommen und das Korn sicher einlagern zu können? “

Hr. Berger: „Auf jeden Fall sollten mehrere Proben an verschiedenen Stellen des Feldes vorgenommen werden. Direkte Probenahmen am Waldesrand sind ebenso zu vermeiden wie solche entlang der Fahrgassen. Diese Messungen würden das Ergebnis verfälschen. Ebenso ist auf grüne Körner zu achten, die aussortiert werden müssen. “

getreidekonservieren.de: „Wie sollte ein Gerät vor dem Einsatz vorbereitet werden, damit bei den entscheidenden Messungen alles glattgeht – von frischen Batterien einmal abgesehen – und die Messergebnisse zuverlässig sind?“

Hr. Berger: „Der Landwirt sollte immer Ersatzbatterien bereithalten – so banal der Ratschlag auch klingen mag. In der Praxis kann ich von Gerätereklamationen berichten, die ihre Ursache in leeren Batterien hatten. Des weiteren sollte das Gerät kalibriert werden. z.B. ist es für einen Landwirt sinnvoll, der sein Getreide einer Genossenschaft oder einem Landhändler andient, sein Gerät dem geeichten Gerät der Annahmestelle anzupassen. So können böse Überraschungen bei der Abrechnung vermieden werden. Wenn der Landwirt sein Getreide aber selber hält und einlagert, dann sollte er die werksseitigen Voreinstellungen seines Meßgerätes beibehalten. Es versteht sich, dass die Meßzelle des Gerätes nach jeder Messung gewissenhaft zu reinigen ist – dann kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen.“

getreidekonservieren.de: „Nach der Ernte wird zur Kontrolle des Lagerzustands des Ernteguts meistens dessen Temperatur kontrolliert – welche Vorgehensweise hat sich da bewährt?“

Hr. Berger: „Vom Flachlager einmal abgesehen, ist die gängigste Methode in der Tat die der Temperaturmessung. Hier geht es um die regelmäßige Kontrolle der Temperatur an verschiedenen Messpunkten im Silo. Werden auffällige Veränderungen in der Temperaturkurve eines oder mehrerer Meßpunkte festgestellt, können geeignete Maßnahmen wie Belüftung oder Nachkonservierung ergriffen werden, um das Getreide zu stabilisieren. Temperaturänderungen können sich aufgrund von Insekten- oder Milbenbefall sowie durch das Auftreten von Feuchtenestern ergeben.“

„In der Praxis bewährt haben sich Meßanlagen, bei denen über das Getreidelager bzw. Silo verteilte Meßsonden oder Meßgehänge mit einem Handgerät ausgelesen werden. Dabei werden die Sonden miteinander gekoppelt und das Gerät muß nur an einen Auslesepunkt angeschlossen werden. Der Landwirt kann auf diese Weise bequem die Meßwerte für jeden Meßsensor ermitteln und mit den Daten der Vortage vergleichen. Bestimmte Geräte können mit einem PC verbunden und die Daten zu Auswertungszwecken in Tabellen und Temperaturkurven übertragen werden.“

„Diese Methode ist sicherer, genauer und komfortabler als mit einem preiswerten Temperaturstab im Getreidestapel herumzukrabbeln. Diese Vorgehensweise ist zwar vor allem in größeren Lägern Standard, aber auch für Landwirte geeignet, die z.B. 1.000 Tonnen Futtergetreide eingelagert haben. Die Kosten lägen bei geschätzten 2.500 € für 10 Meßstäbe plus Handgerät. Meiner Meinung nach gut angelegtes Geld für die zusätzliche Sicherheit, die ich durch die professionelle Kontrolle meines wertvollen Getreides gewinnen kann.“

getreidekonservieren.de: „Wir wollen noch einmal zu den Feuchtemessern zurückkehren. Welche weiteren Tipps können Sie Praktikern geben, was wird gerne falsch gemacht bei der Handhabung von Feuchtemessgeräten?“

Hr. Berger: „Gelegentlich wird eine angeblich ungenaue Messung der Geräte von Seiten der Kunden bemängelt. Hier haben wir es i.d.R. ursächlich mit grünen Körnern oder erhöhtem Fremdbesatz in der Probe zu tun, die das Ergebnis verfälschen können. Daher sollten stets mehrere Messungen vorgenommen werden, um ‚Ausreißerbei den Meßwerten zu entlarven. Andere Reklamationen betreffen angeblich nicht exakte Messungen im Vergleich zu geeichten Geräten der Landhändler oder Genossenschaften. Hier ist es so, daß ‚geeichte Geräte‘ nicht zwangsläufig genauer messen als ungeeichte. Geeichte Geräte bewegen sich aber innerhalb einer sogenannten Verkehrsfehlergrenze, was eine beträchtliche Abweichung zu den Ergebnissen unserer Feuchtemessgeräten zur Folge haben kann. Wir empfehlen daher unsere Kunden, ihre Feuchtemesser an die Geräte der aufnehmenden Hand zu kalibrieren, und zwar vor der Messung. So können spätere Konflikte mit den Handelspartnern vermieden werden, ich habe ja bereits auf diese Problematik hingewiesen.“

getreidekonservieren.de: „Herr Berger, welche Entwicklungsmöglichkeiten sehen Sie noch in der Zukunft für Feuchtemessgeräte?“

Hr. Berger: „Vom meßtechnischen Standpunkt sind die Geräte weitgehend ausgereift. Man könnte sich vorstellen, dass standardmäßig noch mehr Getreide- / Fruchtarten voreingestellt ab Werk angeboten werden. Evtl. wäre auch eine leichtere Umrüstung / Erweiterung auf weitere Gutarten denkbar, sofern beim Anwender dafür Bedarf besteht.“

getreidekonservieren.de: „Herr Berger, vielen Dank für das Gespräch.“


© Supertech Agroline


Kontakt:

Supertech Agroline
Generalvertretung Karl H. Berger
Brefeldweg 1
D-48291 Telgte
Tel.:+49-(0)2504/3947
Internet: www.supertech-agroline.de


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