Special 04

getreidekonservieren.de-Special
/ (03/2012) Interview mit Fa. Goldsaat


Herr Funk, © getreidekonservieren.de
Herr Funk, © getreidekonservieren.de

Die Firma Goldsaat mit Sitz in der Eifelstadt Prüm ist Hersteller von Anlagen zur Belüftung, Trocknung und Kühlung von Getreide. Mit Partnern zusammen plant, fertigt und installiert Goldsaat komplette Anlagen zur Getreidelagerung. Das mittelständische Unternehmen mit rund 30 Mitarbeitern verkauft seine Produkte in Deutschland und im europäischen Ausland.

Das Interview mit dem Geschäftsführer Herrn Erwin Funk führte Manuel Stammwitz
am 8. März 2012 in Prüm.

getreidekonservieren.de: „Herr Funk, Goldsaat bietet Anlagen zur Kühlung, Belüftung und Trocknung von Getreide an – welche Betriebsformen setzen welche Anlagen ein?“

Hr. Funk: „Für Betriebe mit Eigenbedarf, die ab ca. 600 Tonnen Getreide einlagern müssen, ist das Kühlen sinnvoll. Sofern Verkaufsabsichten von Getreidepartien bestehen ist auch die Anschaffung einer Trocknungsanlage zu überlegen – mehr und mehr Landwirte möchten gerne ihr Getreide solangen auf dem Hof halten, bis Sie am Markt den optimalen Preis erzielen können und erst dann verkaufen. Dazu sind Lagerkapazität nötig, in denen das Getreide in handelsfähigem Zustand lagern kann.“

„Für Lagerhäuser und Genossenschaften kommt nur die Trocknung plus Kühlmöglichkeit infrage, denn das Getreide ist Handelsware. Auch kleinere Betriebe interessieren sich für die Trocknung – allerdings greifen die gerne auf preisgünstige gebrauchte Anlagen zurück. Hier finden wir vor allem Satztrockner und mobile Wagentrockner.“

getreidekonservieren.de: „Um Getreide haltbar zu machen ist eine Menge Energie zum Kühlen bzw. Trocknen notwendig. Die Energie- und Brennstoffpreise steigen bekanntlich kontinuierlich. Wie sieht es da mit der Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu anderen Verfahren aus – z.B. der Konservierung mit Säure / NC-Ware?“

Hr. Funk: „Zunächst muß man sagen, dass der überwiegende Teil unserer Kunden größere Getreidemengen für den Eigenbedarf einzulagern hat und häufig auch Getreide verkauft. Das Verfahren der Konservierung ist aus meiner Sicht eher für kleinere Betriebe interessant, die das Getreide ausschließlich für den Eigenbedarf einsetzen. Zudem ist die Schlagkraft dieses Verfahrens eher niedrig, es scheidet folglich für die meisten unserer Kunden aus. Natürlich verteuern steigende Energiepreise das Kühlen, Trocknen und Belüften – aber das Getreide muß vor Verderb geschützt werden. Im Übrigen ist z.B. das Konservieren mit Propionsäure auch mit steigenden Preisen verbunden, denn die Säure ist ein Produkt der Erdölchemie.“

getreidekonservieren.de: „Kühlung und Trocknung – welche Faktoren sind besonders wichtig, um Getreide sicher einzulagern?“

Hr. Funk: „Zunächst sollte das Getreide gründlich vorgereinigt sein. Denn wir möchten keine teuren Lagerkapazitäten an Bruchkorn, Kaff und weitere Verunreinigungen verschwenden. Diese Stoffe belasten die hygienische Qualität des Getreides, begünstigen Schädlingsbefall, verursachen vermeidbare Energiekosten und reduzieren die Lagerkapazität“

„Bei einer trockenen Ernte reicht in der Regel das Kühlen oder sogar das Belüften aus. Das Kühlen funktioniert bis zu einer Kornfeuchte von etwa 17-18%. Darüber muss getrocknet werden.“

„Ausreichende Lagermöglichkeiten sind ebenfalls Voraussetzungen. Lagerhalle oder Silos müssen vorhanden sein.“

„Sofern Körnermais geerntet wird und gelagert werden soll ist auf jede Falle eine Trocknung notwendig. Durch den niedrigen TM-Gehalt würde der Mais sonst sehr schnell verderben.“

getreidekonservieren.de: „Herr Funk, der Mähdrescher hat auch schon eine gewisse Reinigungsleistung – die reicht aber Ihrer Ansicht nach nicht aus?“

Hr. Funk: „Nein, wir empfehlen grundsätzlich eine Vorreinigung und haben entsprechende Anlagen im Programm. Allerdings können die Landwirte schon bei der Ernte viel für sauberes Getreide tun indem sie beim Mähdrescher z.B. Wind und Siebe richtig einstellen. Der Betriebsleiter sollte diese Arbeit keinen Gelegenheitsfahrern überlassen und die Einstellungen selber kontrollieren.“

getreidekonservieren.de: „Das Erntejahr 2011 war gekennzeichnet von ungünstigen Witterungsverläufe – es kam zu ungleichmäßiger Abreife des Getreides und Auswuchs. Die Gesamternte war unterdurchschnittlich. Ist das Interesse gestiegen, sich für die kommende Ernte abzusichern und in eine Trocknungs- oder Kühlanlage zu investieren?“

Hr. Funk: „Das kann ich so nicht bestätigen. Natürlich gibt es immer Kunden, die wach werden ‚wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist‘. Die meisten unserer Kunden sind aber entsprechend ausgerüstet. Vorhandene, aber in die Jahre gekommene Anlagen werden ersetzt. Leider werden aber Neubestellungen oft zu spät platziert – aus produktionstechnischen Gründen sollte rechtzeitig bestellt werden. Nur so ist die Technik zur Ernte einsatzbereit.“

„Ein Trend ist aber unverkennbar: Werden neue Anlagen geplant, ist Professionalität gefragt. Sowohl bei Landwirten, die Getreide zum richtigen Zeitpunkten verkaufen möchten als auch beim Landhandel oder Genossenschaften, die auf Schlagkraft Wert legen. Es werden vermehr Durchlauftrockner nachgefragt, die 200 Tonnen oder mehr Trockenleistung pro Stunde haben.“

getreidekonservieren.de: „Wenn ein Kunde eine Anlage bei Ihnen erweben möchte – arbeiten Sie im Direktvertrieb oder haben Sie auch Vertriebspartner, an die er sich wenden kann?“

Hr. Funk: „Wir setzen überwiegend auf den Direktvertrieb und haben einen eigenen Außendienst. Aber wir haben auch Partner im Handel und bei Genossenschaften. In Zusammenarbeit mit weiteren Unternehmen planen wir komplette Siloanlagen für landwirtschaftliche Betriebe, Genossenschaften und Händler im In- und Ausland.“

getreidekonservieren.de: „Ein Ausblick in die Zukunft – welche Trends sehen Sie in Ihrem Metier?“

Hr. Funk: „Während das Kühlungs-Geschäft sehr kontinuierlich verläuft, geht der Trend bei Trocknungsanlagen eindeutig zu größeren Dimensionen. Im Übrigen wird das Geschäft auch von der Gewährung von Fördermitteln beeinflußt.“

getreidekonservieren.de: „Herr Funk, vielen Dank für das Gespräch.“


Kontakt:

Goldsaat Agrartechnik GmbH
Prümtalstraße 20
D-54595 Prüm / Eifel
Tel.:+49-(0) 6551/9507-34
Internet: www.goldsaat.com


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