Special 05

getreidekonservieren.de-Special
/ (06/2012) Interview mit Fa. Dr.Eckel


Dr. Eckel ist ein bekanntes mittelständisches Unternehmen, das Futtermittelzusatzstoffe wie z.B. Präbiotika, Siliermittel und Konservierungsprodukte anbietet.

Das Interview vom 23.04.2012 wurde von Manuel Stammwitz am Firmensitz in Niederzissen geführt. Gesprächspartnerin war Frau Dr. Sc. agr. Elisabeth Holl, die im Produktmanagement von Dr. Eckel beschäftigt ist.

getreidekonservieren.de: „Frau Dr. Holl, Dr. Eckel bietet mit Mould Control LP 1 NC bzw. LP 2 NC sowie Anta®Cid Car 60 gleich drei verschiedene Produkte zur Konservierung an. Können Sie kurz die Einsatzschwerpunkte erläutern bzw. erklären wie sich die Produkte voneinander abgrenzen?“

Frau Dr. Holl: „Nun, das Anta®Cid Car 60 ist ein granuliertes Produkt. Die Wirkstoffe sind ist auf einen anorganischen Träger gezogen. Die Anwendung erfolgt mit einem Granulatstreuer wie z.B. mit dem bekannten Gandy. Anta®Cid Car 60 dient zur Konservierung von Getreide mit einer Kornfeuchte bis zu 20% und zur Haltbarmachung von Futtermischungen.“

„Mould Control LP1 NC bzw. LP 2 NC sind flüssige Konservierungsmittel. Sie funktionieren auf der Basis gepufferter Propionsäure, die bekanntermaßen hochwirksam gegen Schimmel ist. Der Unterschied liegt im Wirkstoffgehalt. Das LP 2 hat einen niedrigeren Wirkstoffgehalt und kann zur Konservierung von Getreide und Körnermais bis zu einer Kornfeuchte von etwa 22% eingesetzt werden. Bei höheren Kornfeuchten empfehlen wir das LP 1 NC. Werden die Produkte jeweils mit der empfohlenen Einsatzmenge appliziert, gibt es keine Unterschiede in der Wirksamkeit. Das derzeit meist verwendete Produkt ist übrigens das LP 2 NC.“

getreidekonservieren.de: „Die NC-Produkte Mould Control LP1 / LP2 NC werden von Ihnen als sichere und wirksame Produkte beschrieben – welche Vorteile bieten sie im Vergleich zur Anwendung herkömmlicher Propionsäure?“

Frau Dr. Holl: „Die Abkürzung NC kommt von „non-corrosive“ – nicht korrosiv. In der Praxis bedeutet das zum ersten, dass die Produkte keine Gefahrgüter sind und folglich die strengen Vorschriften im Sinne des Gütertransportes nicht gelten. Zum zweiten bieten die Produkte erhebliche Vorteile in Punkto Arbeitssicherheit. Mould Control LP2 / LP2 NC sowie Anta®Cid Car 60 sind als „reizend“ eingestuft und weit weniger aggressiv als die reine Propionsäure, die die EU-Gefahrstoffkennzeichnung „ätzend“ trägt. Wir empfehlen, beim Konservieren von Getreide mit Mould Control LP2 / LP2 NC und Anta®Cid Car 60 trotzdem immer schützende Kleidung, Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille zu tragen.“

„Genau wie mit Propionsäure auch, können mit den Produkte Getreidepartien bis zu einem Jahr lang haltbar gemacht werden.“

getreidekonservieren.de: „Sie empfehlen den Einsatz der NC-Produkte bereits unterhalb einer Getreidefeuchte von 12% – normalerweise ist aber erst ab 15% Kornfeuchte eine Behandlung erforderlich. Worin liegt der Vorteil einer Behandlung von eigentlich lagerfähigem Getreide?“

Frau Dr. Holl: „Das Erntegut unterliegt durchaus Schwankungen im Feuchtegehalt. Denken Sie z.B. an Feuchtenester oder Abreifeunterschiede innerhalb einer Kornpartie. Daher ist ein Sicherungszusatz mit geringen Aufwandmengen auch bei geringen Kornfeuchten sinnvoll. Ebenfalls sollte der Beitrag zur Verbesserung der Futterhygiene nicht unterschätzt werden.“

getreidekonservieren.de: „Welche technischen Voraussetzungen müssen beim Landwirt oder Lohnbetrieb gegeben sein, um die NC-Produkt sachgerecht einzusetzen?“

Frau Dr. Holl: „Die Betriebe müssen mit einer Dosierschnecke plus Dosiergerät ausgestattet sein. Am Markt gibt es da einige Hersteller, die ausgereifte Anlagen anbieten. Wichtig ist, dass die Technik säurefest ausgelegt ist und die Lagerstätten wie z.B. Flachlager mit Schutzanstrich oder Folien gegen Berührungen mit dem behandelten Korn geschützt werden.“

getreidekonservieren.de: „Am Markt sind auch andere Hersteller mit NC-Ware unterwegs – wie grenzen sich Ihre Produkte von denen der Mitbewerber ab?“

Frau Dr. Holl: „Ja, wir sind nicht die einzigen, die anwenderfreundliche und wirksame Konservierungsmittel im Programm haben. Aber wir haben es geschafft, vergleichsweise hohe Wirkstoffkonzentrationen zu realisieren ohne dass die Produkte als „ätzend“ zu kennzeichnen wären, eine besondere Art der Pufferung der Propionsäure macht es möglich. Mit dem Zusatz von Emulgatoren verbessern wir zusätzlich das Eindringen der Wirkstoffe in das Korn.“

getreidekonservieren.de: „Wie erfolgt die technische Einarbeitung der Produkte in das Getreide?“

Frau Dr. Holl: „Wir vorher schon gesagt, ist eine Konservierungsanlage, bestehend aus Dosierschnecke plus Dosiergerät zum Einsatz der NC-Produkte notwendig – genau so eine, wie man sie auch bei der herkömmlichen Propionsäurekonservierung einsetzt. Allerdings müssen beim Einsatz von Mould Control LP1 / LP2 NC die unterschiedlichen Viskositäten der Produkte im Gegensatz zu reiner Propionsäure beachtet werden. Propionsäure verhält sich wie Wasser. Die NC-Produkte sind bei tieferen Temperaturen aber zähflüssiger. Daher muß vor dem Konservieren die Anlage unbedingt ausgelitert werden. Wenn sich die Umgebungstemperaturen im Verlauf der Dosierung stark ändern, ist erneut der Durchsatz des Dosiergerätes zu ermitteln, damit das Korn die vorgesehene Aufwandmenge erhält.“

getreidekonservieren.de: „Bietet Dr. Eckel neben den Konservierungsmitteln auch die passende Dosiertechnik mit an, wie das einige Mitbewerber tun?“

Frau Dr. Holl: „Nein, am Markt gibt es eine ausreichende Anzahl von Anbietern, die die passende Technik vorhalten. Anlagen die Propionsäure dosieren können, sind auch geeignet zum Einsatz unserer Produkte.“

getreidekonservieren.de: „Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sind beim Einsatz von Getreidekonservierungsmittel – Stichwort HACCP, Futtermittelhygieneverordnung – vom Anwender zu beachten?“

Frau Dr. Holl: „Beabsichtigt der Landwirt, sein Getreide zu konservieren, muß er im Rahmen der Cross-Compliance ein HACCP-Konzept in vereinfachter Form vorlegen sowie die Anforderungen aus dem Anhang 2 der Futtermittelhygiene-Verordnung erfüllen. Im Kern muß der Landwirt die Konservierung dokumentieren und Parameter wie Datum der Konservierung, Menge des konservierten Gutes, Kornfeuchte und Aufwandmenge aufzeichnen.“

getreidekonservieren.de: „Welche Trends sehen Sie in der Haltbarmachung von Futtergetreide?“

Frau Dr. Holl: „Neben der Haltbarmachung durch die Konservierung ist auch das Silieren von Feuchtgetreide für viele Landwirte interessant geworden. Ein Verfahren ist die Silierung im Siloschlauch. Unsere Produkte Mould Control LP1 / LP2 NC können hier wieder sinnvoll zur Absicherung des Siliererfolgs eingesetzt werden.“

getreidekonservieren.de: „Trotz aller Sorgfalt können gefährliche Pilzgifte den Weg in die Futtermischung finden, hier wären z.B. die Aflatoxine, Zearalenon oder DON zu nennen. Gibt es Möglichkeiten, die schädliche Wirkung der gefährlichen Mykotoxine im Tierkörper zu mindern?“

Frau Dr. Holl: „Grundsätzlich ist natürlich Vorbeugen die beste Möglichkeit. Zunächst sollten daher alle Möglichkeiten im Vorfeld wie Pflanzenschutz- und ackerbauliche Maßnahmen ausgeschöpft werden. Bei der Ernte und Einlagerung des Getreides sollte eine gründliche Vorreinigung erfolgen. Grundsätzlich ist es schwierig, vorhandene Pilzgifte aus dem Futter wieder herauszufiltern. Die Mykotoxinbindung im Futter ist ein vielversprechender Ansatz, den wir mit unserem Produkt Anta® Ferm MT verfolgen. Im wesentlichen besteht das Produkt aus einem speziellen Tonmineral, welches die Mykotoxine zu binden vermag und verhindert, dass sie ihre schädliche Wirkung im Tierkörper entfalten können. Dem Produkt zugesetzte Hefe unterstützt die Wirkung der Tonminerale.“

„Wegen der Vielfalt der Myktotoxine und deren Struktur kann jedoch kein 100%-iger Schutz erzielt werden. Der Einsatz von Anta® Ferm MT ist einfach – es wird als Pulver in einer Aufwandmenge von 0,5 – 2 kg einer Tonne Futtermittel zugemischt. Nährstoffe wie Vitamine oder Mineralien werden von diesem Produkt nicht gebunden. Anta® Ferm MT eignet sich zum Zusatz zu Futter für alle Tierarten wie Geflügel, Schweine oder Rinder.“

getreidekonservieren.de: „Welche Bezugsmöglichkeiten haben die Landwirte für ihre Produkte?“

Frau Dr. Holl: „Wir vertreiben unsere Produkte über den klassischen Landhandel, über Vormischbetriebe und auch über Genossenschaften, Mineralfutter- und Mischfutterhersteller.“

getreidekonservieren.de: „Frau Dr. Holl, vielen Dank für das Gespräch.“


Kontakt:

Dr. Eckel GmbH
Im Stiefelfeld 10
D-56651 Niederzissen
Tel.: +49 (0) 2636 – 97490
Internet: www.dr-eckel.de


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